Ein paar Gedanken...


Mit dem Kauf meines 1. Pferdes im Jahr 2002 drängte sich im Laufe der Zeit auch das Thema Haltung und besonders -artgerechte- Haltung immer mehr auf.

 

Artgerecht -  das bedeutet im Rahmen unserer modernen, auf Wirtschaftlichkeit getrimmten Welt eine Lebensumgebung für unsere Tiere zu schaffen, die ihren natürlichen Bedürfnissen möglichst nahe kommt. Darunter verstehe ich:

  • frische Luft
  • viel -selbstbestimmte- Bewegung
  • angepasste Gruppengrößen, keine "Massen-Herden"
  • angepasste, individuelle Fütterung

Damit schieden für mich die auf Masse ausgelegten Pensionsbetriebe mit Konzepten nach Schema F grundsätzlich aus. Ich entschied mich schon früh für Haltergemeinschaften und Offenstallhaltung mit viel eigenen Entscheidungsmöglichkeiten.

 

Seit 2007 halte ich meine Pferde in Eigenregie in Offenstallhaltung.Die ersten Jahre in sehr robusten Umständen mit einfachem Unterstand ohne Strom und Wasser, dafür mit Stirnlampe und vielen Provisorien.

Mittlerweile und seit einem Flächenwechsel hat sich einiges getan. Wir haben befestigte Flächen, einen tollen Unterstand, eine große Raufe, Strom und Licht (willlkommen in der Zivilisation).

Kommende Projekte sind neben div. Instandhaltungsarbeiten die weitere Befestigung des Paddocks vor dem Stall, die Anlage eines Trails und der Bau eines weiteren Unterstandes. Let's go!

 


Und warum Offenstall...?


Ja warum eigentlich...ein Vollpensionsstall mit allem pipapo wäre sicherlich viel bequemer...?

 

Ganz einfach..ich "nutze" meine Pferde 1 Stunde am Tag..vielleicht auch mal 2-3....oder auch gar nicht.

Für mich kommt es nicht in Frage, dass meine Pferde die restliche Zeit des Tages in einer Box verbringen, bzw. ihre Bedürfnisse den Zeitplänen des Menschen unterordnen müssen.

Pferde sind Bewegungstiere. In einem Offenstall haben Sie unabhänig vom Menschen die Möglichkeit ihren Bedürfnissen eigenständig nachzugehen. Ob fressen, schlafen, toben oder dösen..sie können ihren ganz eigenem Rhythmus (aus)leben.

In meiner näheren Umgebung gibt es keine Offenställe für Einsteller, schon gar nicht zu der Zeit als ich mit der Eigenregie begann. Üblich waren und sind größere Reitanlagen mit 40+ Pferden, tagsüber Weidegang, nachts Box oder Paddock.

Also arbeite ich selber Stück für Stück an meiner Vorstellung von artgerechter Haltung und nehme dafür täglich ein entsprechendes Arbeitspensum in Kauf.

Die Pferde danken es mir mit einer großen Portion Grundgelassenheit und Zufriedenheit.

 

Und ganz nebenbei vertieft sich durch das tägliche Miteinander auch das Vertrauensverhältnis...